Die meisten Menschen machen sich vermutlich wenig Gedanken, welche Formalitäten zu erledigen sind, damit ausländische Sportler zu einem Sportwettkampf anreisen können. Innerhalb des Schengen-Raumes ist das Reisen zwischen den einzelnen Staaten ohnehin kein Problem. Findet allerdings beispielsweise eine Leichtathletik-Weltmeisterschaft statt, benötigen die Teilnehmer ebenfalls gültige Reisedokumente.

Visa für Sportereignisse

Natürlich gibt es Funktionäre, die sich um solche organisatorischen Details kümmern. Außerdem gibt es für Sportler weltweit Visa-Erleichterungen. Schließlich wollen die Staaten der Welt den Sport fördern und nicht durch zusätzliche Probleme verhindern.

In letzter Zeit wurde das Thema E-Sport international immer beliebter. Auch auf Mannschaftsebene finden weltweit Turniere statt. Viele Teams setzen auf internationale Besetzung. Da E-Sport aber keine offizielle Anerkennung als Sportart hat, kam es hier immer wieder zu Problemen bei der Erteilung von Visa. Manche Mannschaften konnten daher nicht oder nur dezimiert antreten, weil nicht alle Teilnehmer das erforderliche Visum erhielten.

Wie sind die rechtlichen Regelungen in Deutschland?

Wer zu einem Turnier nach Deutschland reist, bei dem Preisgelder winken, dem wird eine gewerbliche Absicht unterstellt. Für die Einreise ist daher ein Aufenthaltstitel erforderlich, der eine Erwerbstätigkeit mit einschließt. Auch für einen Ein-Tages-Event ist eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich. Bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder und eine strafrechtliche Verfolgung.

Ausnahmen für Sportler

Wenn aber Lionel Messi oder Neymar für ein Fußballspiel nach Deutschland anreisen, greift eine Ausnahmeregelung. Bei einer sportlichen Veranstaltung wird nicht von einer Beschäftigung ausgegangen, auch wenn es hier um hohe Summen bei der Erwerbstätigkeit gehen kann.

Auch im E-Sport gibt es solche Superstars. Der Brasilianer Gabriel „FalleN“ Toledo und der aus Pakistan stammende Syed Sumail „SumaiL“ Hassan sind bekannt in der Szene. Doch bislang mussten sie für ein Turnier in Deutschland ein Visum beantragen, das den üblichen Weg geht.

Neues Visa-Handbuch

Nun hat das Auswärtige Amt ein neues Visa-Handbuch herausgegeben, das auch E-Sportlern aus Nicht-EU-Staaten eine unkomplizierte Einreise zu Turnieren nach Deutschland ermöglicht. Die Events im Bereich des E-Sports werden als „Veranstaltung mit sportlichem Charakter“ eingestuft. Das stellt E-Sportler noch nicht mit anderen Berufssportlern gleich, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Die Teilnahme an Turnieren, Trainings und Testspielen in Deutschland ist jetzt möglich, solange die Aufenthalte eine Maximaldauer von drei Monaten pro Jahr nicht überschreiten.